Auf einem hellen Blatt Papier liegen die Umrisse einer Blattform, zwei Farbfelder und eine freie Fläche für einen Satz; daneben liegt ein Zweig.

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Ein Naturblatt für den frühen Herbst

Ein Blatt, ein Zweig oder der Blick auf einen Baum reichen. Auf einem Blatt Papier sammeln Sie Formen, Farben und eine kurze Beobachtung.

Der frühe Herbst sieht nicht überall gleich aus. Vom Fenster aus ist das gut zu beobachten: Eine Krone ist noch grün, an einer anderen zeigen die äußeren Blätter einen hellen Gelbton, und auf dem Gehweg liegt das erste trockene Laub. Wählen Sie etwas, das Sie tatsächlich sehen können. Für diese Idee müssen Sie keine Baumart erkennen und keinen Spaziergang machen.

Ein Fensterplatz mit Blick auf zwei Bäume; auf dem Tisch davor liegen ein Blatt Papier, ein Stift und ein trockenes Blatt.
Der Fensterplatz ist ein vollständiger Arbeitsplatz.

Eine Form ansehen

Sehen Sie die Umrisse an, ohne sie zu benennen. Ist die Form breit oder schmal, rund oder spitz zulaufend? Läuft der Rand glatt durch, oder ist er gezahnt und mehrfach eingeschnitten? Vielleicht fällt eine Mittelrippe auf, von der dünne Linien abgehen.

Für das Zeichnen genügt eine grobe Beschreibung. Notieren Sie nebenbei, ob die Form eher lang oder eher rund ist. Ein Zweig, ein Stein oder ein Stück Rinde lassen sich genauso ansehen wie ein Blatt.

Zwei Farben sammeln

Suchen Sie zwei Töne, die Sie wirklich sehen: ein helles Gelbgrün neben einem dunklen Grün, ein Braun neben einem blassen Gelb, einen roten Rand neben der Farbe daneben. Legen Sie die beiden Töne als zwei kleine Felder nebeneinander auf das Papier. Wie das mit wenigen Mitteln gelingt, steht in zwei beobachtete Farben malen.

Die Mischung muss zu keiner Farbkarte passen. Liegt ein Ton daneben, ist das eine Beobachtung und kein Fehler. Ein Feld kann trocken bleiben, das andere nass werden, je nachdem, was Ihnen lieber ist.

Eine Fläche oder Linie setzen

Für die Form brauchen Sie keine feine botanische Zeichnung. Legen Sie das Blatt unter das Papier und fahren Sie mit dem Stift an der Kante entlang, wenn es ruhig liegt. Sie können die Form auch frei zeichnen oder eine Blattform aus Papier legen: gerissen statt geschnitten, groß statt genau.

Teilen Sie das Papier in drei lockere Bereiche. In einen Bereich kommt eine Form, in einen zweiten eine Farbe, in den dritten ein Wort oder ein Satz. Die Grenzen müssen Sie nicht ziehen. Es reicht, etwas Abstand zu lassen. Wenn Sie nur eine Farbe festhalten möchten, bleibt der Rest frei.

Drei Felder auf einem Blatt: links die Umrisse einer Blattform, in der Mitte zwei Farbfelder, rechts freier Platz für einen Satz.
Drei lockere Bereiche: Form, Farbe und Platz für einen Satz.

Einen Satz ergänzen

Für den dritten Bereich genügt ein Satz über das, was Sie gesehen haben: „Der Rand wird nach außen heller.“ Oder: „Die eine Seite des Zweigs ist glatter.“ Notieren Sie, was sich verändert, nicht was das Blatt bedeuten soll.

Wer einen Schreibimpuls möchte, kann einen Satz zur Beobachtung ergänzen; die drei Schritte dort funktionieren auch ohne Blick ins Grüne. Ein Gedicht über das Älterwerden ist nicht verlangt.

Vom Fenster aus arbeiten

Die ganze Idee funktioniert im Sitzen. Ein Platz am Fenster ist ein vollständiger Arbeitsplatz: Sie sehen die Krone, die Ränder und den Wechsel zwischen den Tönen. Nichts davon muss in die Hand genommen werden.

Wer nicht nach draußen kommt, arbeitet mit einem Bild, das deutlich genug ist und verwendet werden darf, oder mit dem, was auf dem eigenen Tisch liegt: eine getrocknete Blüte aus dem Vorjahr, ein Stück Holz, ein Stein. Auch der Blick durch die Scheibe reicht für Form und Farbe.

Wenn Sie die Baumart wissen möchten

Ein Name ist eine Zugabe, kein Teil der Arbeit. Wenn Sie die Formen mit bekannten Baumarten vergleichen möchten, können Sie das Baum-Quiz von GEO ansehen. Für das Naturblatt brauchen Sie keinen richtigen Namen, und ein Quiz ist kein Bestimmungsbuch.

Das Blatt behalten oder weiterverwenden

Das fertige Blatt kann an der Wand hängen, in einer Mappe liegen oder als Material weitergehen. Die Farbfelder lassen sich ausschneiden und zu einer Collage legen, der Satz kann auf ein zweites Blatt wandern. Wenn Sie den Gegenstand behalten möchten, können Sie später einen Gegenstand als Gesprächsimpuls wählen und ihn in Ruhe ansehen.

Wenn Sie draußen etwas aufheben, nehmen Sie nur, was schon am Boden liegt und wo es erlaubt ist. Pflanzen werden nicht abgerissen, Beete und eingezäunte Flächen bleiben unberührt. Unbekannte Beeren und Pilze gehören nicht in die Hand und nicht in den Mund.

Am Ende liegt ein Blatt auf dem Tisch, auf dem drei Dinge zu sehen sind: eine Form, zwei Töne und ein Satz. Wenn ein Bereich leer geblieben ist, ist das Blatt trotzdem fertig. Es beschreibt einen Vormittag im frühen Herbst, nicht die ganze Jahreszeit.

Wenn Sie diese Idee für jemand anderen vorbereiten: Hinweise für Menschen, die begleiten.

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