Ein Arbeitstisch von oben: auf einem hellen Hintergrundblatt liegen zwei große gerissene Papierformen mit sichtbaren Faserkanten, daneben drei kleinere Formen und ein Klebestift.

Anleitung · Collage · Natur

Eine Landschaft aus gerissenem Papier

Ein heller Hintergrund, zwei große Papierformen und eine kleine Ergänzung. Die Landschaft entsteht beim Legen. Sie müssen vorher nichts zeichnen.

Suchen Sie zunächst drei Papiere aus. Ein Verpackungspapier, eine farbige Seite aus einer alten Zeitschrift und ein bemaltes Blatt können schon reichen. Die Papiere dürfen unterschiedlich sein. Wichtig ist, dass Sie ihre Kanten auf dem Hintergrund gut erkennen können.

Der Ablauf

Die Reihenfolge ist ein Vorschlag. Das Legen dauert länger als das Kleben, und Sie können die Formen über Nacht liegen lassen.

Wenige Papiere auswählen

Suchen Sie drei oder vier Papiere zusammen und legen Sie sie nebeneinander auf den Tisch. Große, ruhige Flächen lassen sich leichter anordnen als viele kleine, unruhige Schnipsel. Prüfen Sie jedes Papier gegen den Hintergrund: Ist die Kante kaum zu erkennen, bleibt die Form später unsichtbar. Wenn kein farbiges Papier passt, können Sie eigene Farbflächen herstellen und das getrocknete Blatt später zerreißen.

Zwei große Formen reißen

Reißen Sie aus zwei Papieren je eine große Form. Halten Sie das Papier mit beiden Händen und ziehen Sie die eine Seite zu sich, die andere von sich weg; so entsteht eine Kante mit hellen Fasern. Eine breite Form kann später den Boden andeuten, eine zweite einen Hügel oder den Himmel. Sie können auch ganz bei Flächen bleiben und nichts Bestimmtes im Sinn haben. Kostet das Reißen Kraft, legen Sie das Papier über eine Tischkante und ziehen langsamer, oder Sie beginnen mit vorbereiteten großen Stücken.

Erst legen, dann kleben

Legen Sie die beiden großen Formen auf den Hintergrund und schieben Sie sie mehrmals hin und her. Probieren Sie eine Überlappung aus und ebenso einen sichtbaren Streifen des Hintergrunds zwischen den Formen. Kleben Sie jetzt noch nichts fest. Wenn eine Anordnung bleiben soll, setzen Sie mit dem Bleistift zwei kleine Marken an die Ecken, statt zu fotografieren.

Eine kleine Form hinzufügen

Eine dritte Form verändert die Anordnung stärker, als man erwartet: ein Kreis, ein schmaler senkrechter Streifen oder eine blattähnliche Form. Dafür müssen Sie keine Pflanze bestimmen: Es genügt, eine Form in der Natur zu entdecken und ihren Umriss frei nachzureißen. Ein Baum, ein Haus und eine Sonne in jedem Bild ergeben dagegen schnell immer dieselbe Landschaft.

Mit wenig Klebstoff arbeiten

Jetzt kleben Sie die Formen fest, eine nach der anderen. Nehmen Sie eine Form hoch, bringen Sie Kleber auf der Rückseite an und drücken Sie sie kurz an. Zu viel Kleber quillt an der Kante heraus und wellt das Papier. Richten Sie sich nach der Produktanleitung und halten Sie den Kleber von Augen und Mund fern. Danach Hände waschen oder am Lappen abwischen. Sie können jederzeit aufhören und den Rest liegen lassen.

Eine zweite Anordnung ansehen

Mit denselben Formen lässt sich ein zweites Bild legen. Drehen Sie die kleinere Form, tauschen Sie die beiden großen gegeneinander, oder schieben Sie alles ein Stück nach unten. Das ist keine Verbesserung, sondern eine andere Entscheidung. Die Frage nach der Anordnung beschäftigt die Collage seit ihren Anfängen. Wer mehr darüber lesen möchte, findet in der Geschichte über Hannah Höchs Arbeit mit gefundenen Bildern einen Hintergrund, der die Technik nicht als Vorlage behandelt.

Das erste Bild müssen Sie dafür nicht auseinandernehmen.

Dieselben drei Papierformen in zwei Anordnungen auf zwei Hintergrundblättern: einmal überlappend mit tief liegender großer Form, einmal mit größerem Abstand und gedrehter kleiner Form.
Zwei Anordnungen aus denselben drei Formen.

Wenn das Reißen oder das Kleben Kraft kostet

Nicht jede Hand mag dieselbe Bewegung. Bevor Sie die Papiere beiseitelegen, lohnt ein einzelner Wechsel am Platz.

Wenn Sie dem Blatt am Ende einen Titel geben möchten, reicht ein Wort. Sie können auch einen kurzen Text zum Bild schreiben. Beides ist freiwillig: Die Anordnung funktioniert auch ohne Überschrift, und die Formen dürfen lose in einer Mappe liegen bleiben.

Wenn Sie diese Idee für jemand anderen vorbereiten: Hinweise für Menschen, die begleiten.

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