Ein Arbeitstisch von oben: auf einem festen Blatt liegen zwei Farbflächen nebeneinander, davor ein Probeblatt mit drei Strichen, einer in der ersten Farbe, einer in der zweiten und einer dort, wo beide aufeinandertreffen.

Anleitung · Malen · Natur

Mit zwei Farben beginnen

Zwei Farben, ein Blatt und ein breiter Pinsel. Diese Malidee beginnt mit Flächen. Ein fertiges Motiv brauchen Sie dafür nicht.

Zwei Farben reichen. Auf dem Papier können sie getrennt bleiben, sich berühren oder an einer Stelle ineinanderlaufen. Ein fertiges Motiv brauchen Sie dafür nicht.

Legen Sie die beiden Farben nebeneinander, bevor das große Blatt auf den Tisch kommt. Vielleicht liegen sie nah beieinander, etwa Blau und Grün. Vielleicht bilden sie einen deutlichen Unterschied. Auf einem Probeblatt sehen Sie, wie sie sich nebeneinander verhalten, wie viel Wasser sie vertragen und wie stark sie decken.

Was auf dem Tisch liegen sollte

Ein Blatt ab etwa 200 g/m² wellt sich weniger als Kopierpapier. Ist nur ein schmaler Pinsel vorhanden, malen Sie die Fläche in nebeneinanderliegenden Streifen.

Alles, was Sie während des Malens brauchen, sollte ohne Vorbeugen erreichbar sein. Das Wassergefäß steht besser neben dem Blatt als hinter einem Gerät.

Der Ablauf

Die Schritte sind eine Reihenfolge, kein Pensum. Sie können nach dem zweiten Schritt aufhören und das Blatt später wieder hervorholen.

Den Platz vorbereiten

Legen Sie die Unterlage auf den Tisch und darauf das Papier. Rutscht das Blatt, fixieren Sie die Ecken mit zwei Streifen Kreppband. Stellen Sie das Wasser so, dass Sie es mit einer kurzen Bewegung erreichen und nicht über das nasse Blatt greifen müssen. Das Licht sollte die Kante eines Pinselstrichs zeigen, ohne auf dem Papier zu blenden.

Die Farben ausprobieren

Machen Sie auf dem Probeblatt einen Strich in der ersten Farbe und einen in der zweiten. Setzen Sie einen dritten Strich dorthin, wo beide aufeinandertreffen. Manche Farben bleiben beim Trocknen getrennt, andere laufen ineinander und werden trüb. Ein trübes Ergebnis ist kein Fehler: Diese beiden Farben machen sich beim Mischen gegenseitig grau. Wenn Ihnen das nicht gefällt, lassen Sie die Mischung aus und setzen die Flächen nebeneinander.

Drei Flächen setzen

Malen Sie zuerst eine größere Fläche. Setzen Sie daneben eine kleinere Fläche in der zweiten Farbe. Lassen Sie einen Teil des Papiers frei, damit die Flächen eine Kante bekommen. Eine Form müssen Sie nicht vorzeichnen. Lassen Sie den Pinsel oder den Schwamm die Kante bestimmen: Ein Schwamm gibt eine weiche Kante, ein Pinsel eine klarere. Treten Sie zwischendurch zwei Schritte zurück und schauen Sie auf das Blatt.

Drei Zustände desselben Blattes: links eine große Farbfläche, in der Mitte zusätzlich eine kleinere Fläche in der zweiten Farbe, rechts beide Flächen mit einem sichtbar freigelassenen Streifen Papier dazwischen.
Erst eine große Fläche, dann eine kleinere, dazwischen bleibt Papier sichtbar.

Eine Stelle verändern

Wenn Ihnen eine Stelle interessant erscheint, wiederholen Sie dort eine Farbe oder eine Bewegung. Das kann ein zweiter Auftrag in derselben Farbe sein oder ein trockener Pinselstrich über eine noch feuchte Fläche. Danach hören Sie auf. Die drei Flächen sind bereits ein Bild. Prüfen Sie nicht Punkt für Punkt, ob noch etwas fehlt.

Wenn der Griff oder das Sehen mehr Ruhe braucht

Manche Hände ermüden schneller als der Blick. Bevor Sie das Malen beiseitelegen, lohnt sich eine einzelne Änderung am Arbeitsplatz.

Wenn eine dieser Änderungen nicht hilft, ist das kein Grund, weiter zu probieren. Ein trockenes Blatt lässt sich jederzeit wieder hervorholen.

Aus dem Versuch kann etwas anderes werden

Ein getrocknetes Farbblatt ist kein Ausschuss. Sie können es später für eine Collage verwenden und aus den bemalten Flächen neue Formen reißen. Für die nächste Farbwahl hilft es, Farben an einem Blatt zu beobachten und daraus zwei Töne zu mischen, die tatsächlich nebeneinander vorkommen.

Wer wissen möchte, wie sich Bilder beim Zusammenfügen verändern, findet in der Geschichte über Hannah Höch einen ruhigen Hintergrund. Und wenn Sie festhalten möchten, was Ihnen an Ihrem Blatt aufgefallen ist, können Sie drei Beobachtungen aufschreiben, ohne das Bild dabei zu bewerten. Das Blatt darf auch einfach trocknen und in der Schublade liegen.

Wenn Sie jemanden begleiten, fragen Sie, welche der beiden Farben gewählt wird. Korrigieren Sie das Bild nicht in Richtung eines erkennbaren Motivs, und reichen Sie Wasser oder Papier nur an, wenn danach gefragt wird.

Wenn Sie diese Idee für jemand anderen vorbereiten: Hinweise für Menschen, die begleiten.

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